Adieu Zürichsee-Zeitung Obersee – Ein kleines Making-Of

Date : 29. September 2018

Die Medienlandschaft ist im Umbruch. Am Samstag, 29. September halten die Leserinnen und Leser zum letzten Mal eine «ZürichseeZeitung Obersee» in den Händen, ab Montag, 1. Oktober finden sie die «Linth-Zeitung» in ihrem Briefkasten. Die beiden Verlage Tamedia und Somedia bündeln damit ihre Kräfte. Statt wie bisher zwei konkurrenzierende Zeitungen im Linthgebiet herauszugeben, sind die Verlage zum Schluss gekommen, dass es zukunftsgerichteter ist, gemeinsam eine Tageszeitung herauszugeben. Die Redaktion mit Sitz in Uznach und Rapperswil wird sich aus Mitgliedern der bisherigen Redaktionen von Zürichsee-Zeitung und Südostschweiz zusammensetzen. Die neue Zeitung wird in einer Auflage von 10 000 Exemplaren erscheinen und jeden Dienstag als Grossauflage in die Haushalte der Region verteilt.

Eine letzte Ausgabe einer Zeitung zu planen, ist eine emotionale Sache. Allerdings ist es in diesem Fall ein Abschied mit Neuanfang. Die letzte Zeitung sollte demnach nicht einem Begräbnis gleichen, sondern ein charmanter Abgang sein. Unser Illustrator Owley hat dafür mehrere Ideen entwickelt, wie die Frontseite der ZSZ am Samstag, 29. September aussehen könnte. Eine davon war diese hier:

Die Idee, das Bild einer Raupe (ZSZ), die sich einen Schmetterling (Linth-Zeitung) verwandelt, gefiel uns. Owley setzte sie um. Und doch schaffte es der „Linthzeitling“ nicht auf die Front der letzten Ausgabe. Die wunderschön gezeichnete Endversion von Owley war mir persönlich zu wissenschaftlich angehaucht. Oder anders gesagt: Zu brav für eine letzte Ausgabe. Schliesslich hatten wir bei der ZSZ Obersee schon Seiten auf den Kopf gedreht…

…oder eine ganze Front von Owley live illustrieren lassen:

Auf der Redaktion entschieden wir, eine zweite Variante anzudenken. Owley und ich diskutierten über neue Möglichkeiten, die das Bild von Raupe und Schmetterling aufnehmen würden. Wir entwickelten die Idee, dass sich die Illustration erst beim Umblättern des Papiers auflösen könnte.

Aus diesem Entwurf entstand die tatsächlich gedruckte Variante. Eine Raupe, die „Löcher“ in die Zeitung frisst und sich auf Seite 3 der ZSZ Obersee zum Schmetterling verwandelt. Am Produktionstag der letzten Ausgabe am Freitag, 28. September wurden die „Löcher“ auf der Frontseite bildlich mit dem echten Inhalt von Seite 3 verschmolzen. Mit Photoshop wurden die verschiedenen Ebenen übereinandergelegt, um die Position der „Löcher“ exakt auf die Inhalte der Seite 3 abzustimmen, um die Illusion perfekt zu machen.

 

Was digital ganz nett aussieht, entfaltet aus meiner Sicht erst im Print die richtige Wirkung.

 

 

Die vier Abschiedsseiten als PDF zum Download.

Mehr zu Owley und seiner Arbeit hier: www.owley.ch.

Fragen beantworten wir drüben bei Twitter gerne: @conradion / @HerrOwley

 

Zum Autor: Conradin Knabenhans war von September 2015 bis zur letzten Ausgabe 2018 Redaktionsleiter der Zürichsee-Zeitung Obersee. Ab 1. Oktober ist er als Reporter für die verbleibenden Ausgaben der Zürichsee-Zeitung Horgen und Meilen tätig. Mehr dazu hier.