Chancenlose CVP

Date : 6. Oktober 2016

Kommentar zu den Stadtpräsidiumswahlen Rapperswil-Jona.

Erich Zoller steht zu seinem Wort. Während sich andere aus wahltaktischen Gründen verbiegen, hält der Stadtpräsident sein Versprechen. Er tritt zum zweiten Wahlgang an. Genauso, wie er es angekündigt hatte. Zoller tut alles dafür, sich wenigstens einigermassen erhobenen Hauptes aus der Affäre zu ziehen.

Ganz anders seine Partei. «Es gibt keinen Grund, Erich Zoller das Vertrauen zu entziehen.» Diese Aussage machteCVP-Präsident Thomas Hofstetter vor wenigen Tagen. Das war wohl bereits damals nur mehr ein Lippenbekenntnis. In Wirklichkeit hatte die CVP den amtierenden Stadtpräsidenten längst fallen gelassen. Zoller, das musste der Parteileitung klar sein, war nach dem ersten Wahlgang nicht mehr der Mann, den das Volk wählen will.

Offen und ehrlich die Lage zu analysieren, wäre geschickter gewesen. Nach dem ersten Wahlgang war die CVPzwar in der Defensive. Sie hätte sich aber mit einem klaren Votum für einen neuen Kandidaten in die Offensive spielen können. Frei nach dem Motto: Ja, wir haben den Wählerwillen erkannt.

Nun ist es zu spät. Auch wenn der zweite Wahlgang etwas Spannung verspricht, steht die CVP mit dem Rücken zur Wand. Kandidat Peter Göldi, der viel genannte Mister X, ist kaum als freie Entscheidung der Partei zu werten, sondern viel eher eine Reaktion auf die Kandidatur von Martin Stöckling. Die CVP hat die Wahl auch mit dem Neuen bereits so gut wie verloren.

Aus der Zürichsee-Zeitung vom 6. Oktober 2016.