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Asbest entdeckt: Komplexe Toilettensanierung an der Uni Luzern

Die Uni Luzern muss in diesem Sommer einzelne Toilettenanlagen sanieren. Die Rohre aus der Post-Zeit müssen altersbedingt ersetzt werden. Die Renovation wird aufwändig: In Klebern von Keramikplatten wurde Asbest gefunden.

Die Uni Luzern macht im Sommer dicht. Ganze zwei Wochen lang bleibt das Uni-Gebäude ab dem 1. August geschlossen. Der Grund: Unzählige Wartungs- und Unterhaltsarbeiten. „In den letzten Jahren kam es in zunehmendem Ausmass zu Störungen der Arbeiten durch Personen, die sich während der beiden Schliesswochen der Bibliothek im Gebäude aufhielten. Wir haben darum beschlossen, das Gebäude vollumfänglich zu schliessen“, erklärt Mediensprecher Lukas Portmann auf Anfrage.

In diesem Jahr wird die Sanierung aber deutlich aufwändiger. Portmann bestätigt Informationen aus gut unterrichteten Quellen, wonach in den Toilettenanlagen Asbest gefunden wurde. Er sagt: „Technische Analysen haben ergeben, dass in einzelnen Toilettenanlagen die keramischen Plattenbeläge teilweise mit asbesthaltigem Kleber befestigt sind.“ In gebundener Form – wie in den betroffenen Toiletten verwendet – stelle Asbest keine Gefahr für die Gesundheit dar: „Deshalb bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung für die Nutzerinnen und Nutzer“, sagt Portmann. Er betont, das Asbest sei nicht der Grund der Sanierung. Diese hätten so oder so vorgenommen werden müssen.

Ganz so einfach ist die Sanierung jedoch nicht: Asbest in loser oder schwachgebundener Form ist gesundheitsgefährdend und kann zu Lungen- und Brustfellkrankheiten führen. „Innerhalb der Sanierung ist diesem Risiko grosse Beachtung zu schenken“, heisst es in einem internen Merkblatt zur Sanierung. Darum würden beim Ausbau der Plattenbeläge besondere Sicherheitsmassnahmen notwendig.

Während der vierwöchigen Bauzeit ab Anfang August wird der Durchgang zum Treppenhaus Ost im vierten Stock gesperrt. Ebenso müssen mehrere Büros in dieser Zeit geräumt sein. Für Betroffene wird bei Bedarf ein Ersatzarbeitsplatz zur Verfügung gestellt. Auch der Konferenzraum und ein Seminarraum werden für vier Wochen ausser Betrieb genommen. Mit diesem Verfahren soll verhindert werden, dass Asbestfasern in die Umgebung gelangen. Der zu sanierende Raum wird abgeriegelt. „Er ist nur über ein System von Schleusenkammern zugänglich. Die Schleusen stellen sicher, dass keine Fasern über die Luft in die Umgebung gelangen. Die Arbeiter ziehen sich in den Kammern um und duschen dort“, heisst es vonseiten der Uni Luzern.

In den Toilettenanlagen werden im Zuge der Sanierung alle Platten, Armaturen, Garnituren, Toiletten und Pissoire ersetzt. Die Metallwasserleitungen werden altersbedingt durch Kunststoffrohre erneuert. Im Sommer 2016 werden die Anlagen im 4. Obergeschoss Ost sowie die Mensa-Toiletten im 1. und 2. Untergeschoss komplett erneuert. Die restlichen betroffenen Toiletten werden nachfolgend im Jahr 2017 instandgesetzt.

Die Hauptverantwortung der notwendigen Sanierung liegt beim Kanton Luzern, der Eigentümerin des Uni-Gebäudes.

 

Hinweis zum Autor dieses Textes: Conradin Knabenhans war von 2010 bis 2014 Moderator der Sendung CampusRadio bei Radio 3FACH. Auf seinem privaten Blog publiziert der Journalist sporadisch Artikel zu seiner Alma Mater. 

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