Bruno Staffelbach: Ein Kommentar zum neuen Rektor der Uni Luzern

Die Uni Luzern hat gewählt: Bruno Staffelbach wird neuer Rektor der Uni Luzern. Er löst Paul Richli ab. Der 58-jährige Staffelbach ist Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich und Brigadier der Schweizer Armee. Was bringt diese Wahl? Der Versuch einer Analyse:

Sicher, Staffelbach ist eine ausgezeichnete Wahl: Ein waschechter Luzerner und das kann nicht schaden. Er kennt die Stadt, die Region und die politischen Verhältnisse ausgezeichnet. Regierungsrat Reto Wyss lobt seine Vernetzung. Die ist Gold wert: Besonders wenn man bedenkt, dass die Finanzierung der Wirtschaftsfakultät noch nicht komplett gesichert ist. «Nicht schlecht unterwegs» sei man damit, lässt der amtierende Rektor Paul Richli in der NLZ verlauten. Einige Schwierigkeiten gibt es aber trotzdem.

Die Wahl von Staffelbach ist ein Zeichen der strategischen Kontinuität. Er war von 2000 bis 2012 Mitglied des Universitätsrates, dem strategischen Führungs- und Aufsichtsorgan der Universität. Er war damit seit ihrer Gründung mitverantwortlich für die Ausrichtung der Uni, auch bei der umstrittenen Entscheidung eine Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät zu gründen. Er gehörte zur engen Strategiegruppe für die Fakultät. Eine Gruppe – die im Vergleich zur Strategiegruppe «Psychologie» in der Universität nicht breit abgestützt war. Dies sorgte innerhalb der Uni mehrfach und aus verschiedenen Gründen für Kritik. Staffelbach muss nun den Beweis antreten, dass er die historischen Wurzeln der Uni nicht vergisst und gleichzeitig die breit abgestützte Mitsprache innerhalb der universitären Gremien weiter fördert und mitträgt.

Über die Ziele, die der neue Rektor verfolgen will, ist wenig bekannt. Denn nach wie vor sind die Vorgänge rund um die Rektorenwahl an der Uni Luzern nicht transparent. Kommuniziert wird von Seiten der Uni nicht, wie begehrt das Amt des Rektors war. Laut der Neuen Luzerner Zeitung gingen keine Bewerbungen von Professoren der Uni Luzern ein. Das ist – wenn es stimmt – bedauernswert und muss die Frage erlauben, weshalb das so ist. Bei der letzten Wahl wurde Paul Richli – nach regierungsrätlich geänderter Altersregelung – ausserordentlich für weitere zwei Jahre bestätigt. Die ebenfalls antretende Theologin Monika Jacobs hatte keine Chance, obwohl sie als ehemalige Dekanin auch über viel Erfahrung an der Uni Luzern verfügte.

Bei der diesjährigen Wahl bleiben also selbst die Namen der übrigen Kandidaten verborgen. Dem Vernehmen nach sollen es zwei gewesen sein. Doch erfahren soll dies offenbar niemand, denn hinter vorgehaltener Hand sprechen gut informierte Kreise gar von Geheimhaltungsklauseln zur Wahlversammlung. Nach den intransparenten Vorgängen bei der Rektorenwahl 2013 hätte ich mir für meine Alma Mater mehr erhofft. Eine transparente Ausmarchung der besten Rektorenkandidaten – wie etwa an der Uni Zürich. So bleibt bei der Wahl von Staffelbach ein schaler Beigeschmack. Einer der vielleicht gar nicht nötig wäre.

Conradin Knabenhans war von 2008 bis 2013 Student an der Universität Luzern. Er veröffentlicht mit diesem Blogartikel ausschliesslich seine private Meinung.
Transparenzhinweis: Als Journalist hat Conradin Knabenhans die Vorgänge bei der Rektorenwahl 2013 publik gemacht (unter anderem hier).

Bruno_Staffelbach

 Der neue Rektor Bruno Staffelbach (Bild: unilu.ch)

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