Neuer Anlauf für den Tunnel

Der Kanton St. Gallen schreibt eine Machbarkeitsstudie für eine Tunnellösung in Rapperswil-Jona aus. Erste Resultate sollen bis Anfang 2016 vorliegen.

Nun wird es wieder konkreter: Für den Stadttunnel Rapperswil-Jona wird ein neuer Anlauf genommen. Nachdem ein erstes Projekt 2011 an der Urne deutlich abgelehnt wurde und in Workshops über die Mobilitätszukunft diskutiert wurde, startet das Tiefbauamt des Kantons St. Gallen eine Machbarkeitsstudie zu einer Tunnellösung für die Stadt. Dies geht aus einer Ausschreibung im St. Galler Amtsblatt hervor.

Trotz erneutem Versuch ist es bis zu einer umgesetzten Lösung noch ein weiter Weg. Planungsbüros können sich in einem ersten Schritt um den Auftrag bewerben. Eine Startsitzung zu Beginn der Arbeitszeit an der eigentlichen Machbarkeitsstudie soll Ende September stattfinden.

Langer Stadttunnel als Idee

Bei der Stadt Rapperswil-Jona freut man sich über die Ausschrei­bung. Bauchef Thomas Furrer beurteilt den Schritt des Kantons als «sehr positiv». Vor einem Jahr hatte der Stadtrat seine Wünsche der St. Galler Regierung überbracht. Der Kanton wurde auf­gefordert, den Stadttunnel zu prüfen.

Im Zen­trum des Vorschlags steht das Projekt «Stadttunnel lang», welches der Stadtrat in der Strategie zur Mobilitätszukunft favorisiert hat. Der Tunnel soll in Hurden beginnen und beim Anschluss Hüllistein an die A53 angebunden werden. Vorgesehen ist auch ein Zwischenanschluss in Jona sowie ein Seitenarm nach Kempraten. Unter Federführung des Kantons werde nun die bautechnische Machbarkeit sowie die umweltrechtliche Bewilligungsfähigkeit geprüft, wie Marcel John, stellvertretender Kantonsingenieur, auf Anfrage der ZSZ sagt. Dabei würden auch die Realisierungskosten geschätzt. Dies seien unabdingbare Voraussetzungen, damit der Tunnel dereinst als Bauprojekt ins Bauprogramm des Kantons aufgenommen werden kann.

Sollte sich der «Stadttunnel lang» baulich, umweltrechtlich oder finanziell nicht realisieren lassen, müssten allenfalls bereits bei der Abklärung der Machbarkeit bauliche Alternativvarianten ins Auge gefasst werden, heisst es beim Kanton weiter. Für Bauvorstand Thomas Furrer ist klar: Thema ist ein Tunnel und keine alternative Verkehrsführung. Es gehe darum, eine machbare Linienführung für den Tunnel zu finden.

Erste grobe Resultate sollen bis Anfang des nächsten Jahres vorliegen, detailliertere Ergebnisse bis im dritten Quartal 2016. Die Kosten der Machbarkeitsstudie sind laut John schwer bezifferbar, da das Planungsbüro nach Aufwand entschädigt wird. Nach Informationen der ZSZ dürfte es sich um einen tieferen sechsstelligen Betrag handeln. Ein wichtiges Kriterium bei der Vergabe des Machbarkeitsauftrages ist laut John auch ein wirtschaftlich günstiges Angebot der Planer.

Auch Bahntunnel geplant

Nicht in den Machbarkeitsabklärungen integriert, aber trotzdem ein Thema ist der Meienberg-Tunnel für die S-Bahn. Dieser würde Kempraten mit Jona verbinden. Das dann nicht mehr genutzte heute bestehende Trassee der Bahn könnte dann für den Strassenverkehr genutzt werden. Es bestehe die Absicht, die Projekte entsprechend zu planen, sagt John. Die SBB bestätigen auf Anfrage, dass nun abgeklärt wird, ob die Strecke Jona–Rapperswil mit einem Tunnel genügend ­Kapazität für die Zukunft der S-Bahn bieten würde.

Aus der Zürichsee-Zeitung vom 27. April 2015.

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