St. Gallen gibt Gymischüler zum Billigtarif an Schwyz ab

Einzelne Schüler aus dem Kanton St. Gallen besuchen im schwyzerischen Pfäffikon das Gymi. Seit 1989 bezahlt St. Gallen dafür nur einen Bruchteil der Kosten.

Für den Kanton Schwyz sind Gym­na­sias­ten eine teure Angelegenheit. Pro Jahr kostet die Ausbildung eines Schülers 24 000 Franken. Besucht ein Schüler aus Rapperswil-Jona in Pfäffikon die Kantonsschule Ausserschwyz, trägt der Kanton St. Gallen nur einen Drittel der Kosten. Gerade einmal 8000 Franken überweist St. Gallen dem Kanton Schwyz pro Schüler. Seit 1992 wurden diese Tarife nicht mehr angepasst. Aktuell besuchen 19 St. Galler das Gymnasium in Pfäffikon.

«Der Kanton Schwyz versuchte in den letzten zehn Jahren verschiedentlich darauf hinzuwirken, dass vom Kanton St. Gallen ein höherer Betrag bezahlt wird», sagt Kuno Blum, Vorsteher des Schwyzer Mittelschulamtes. Es sei geplant, diese Tarife erneut zu verhandeln.

Anders tönt es in St. Gallen. Für den Kanton habe zu keinem Zeitpunkt ein Grund bestanden, den Tarif anzupassen: «Zumal dieser günstig ist und eine Anpassung vermutlich zu Mehrkosten führen würde», sagt Adrian Bachmann vom Amt für Mittelschulen.

Schule optimal auslasten

Für St. Gallen ist der bilaterale Vertrag eine «Win-win-Situation». Schwyz könne mit Schülern aus St. Gallen «halb volle Klassen füllen». Dies basiere auf der Überlegung, dass eine Klasse mit 23 statt 19 Schülern nur unwesent­liche Mehrkosten verursache. Bach­mann ergänzt dazu: «Der Kanton St. Gallen kann Schüler zu einem günstigen Tarif abgeben.» Der Schwyzer Kuno Blum sagt dazu: «Der Kanton St. Gallen ist an einer möglichst optimalen Auslastung der Kantonsschule Wattwil interessiert und möchte selbst bestimmen, wie viele und welche Schüler die Kantonsschule Ausserschwyz besuchen.»

Weil der Kanton St. Gallen die freie Schulwahl nicht kennt, werden die Gymnasiasten einer Schule zugeteilt. Mit dem 1992 vereinbarten Tarif kann der Kanton Schwyz je nach Platzsituation auch externe Schüler ablehnen.

Eine ähnliche Vereinbarung gilt in Schwyz auch mit anderen Kantonen, ausgearbeitet von der regionalen Erziehungsdirektorenkonferenz. Der grosse Unterschied: Diese Tarife werden regelmässig angepasst und gelten ge­gen­seitig für alle Kantone. So zahlt Zürich den Schwyzern 18 900 Franken pro Gymnasiast. Dafür muss die Kanti in Pfäffikon die Zürcher Schüler aus den Grenzgemeinden zwingend aufnehmen. Ohne Aufnahmepflicht gilt ein Halbpreistarif von 9450 Franken.

Aus der Zürichsee-Zeitung vom 12. Februar.

 

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