Schmerikon will grössere Gebäude zulassen

Wohnbauten dürfen in Schmerikon künftig 50 statt nur 40 Meter lang sein. Die Grundlagen schafft die Gemeinde mit dem neuen Baureglement, Bedingung ist allerdings auch eine Umzonung.

Die Gemeinde Schmerikon schafft sich die Möglichkeit für höhere und längere Wohnbauten. Sie will neuerdings auch Gebäude mit vier Vollgeschossen und einem zusätzlichen Dachoder Attikageschoss erlauben. Dies geht aus dem komplett überarbeiteten Baureglement hervor, welches diese Woche publiziert wurde.

Neu könnten Häuser in Schmerikon zehn Meter länger und drei Meter höher gebaut werden. Dies bedeutet, dass der Dachfirst eines Hauses 17 statt 14 Meter hoch sein darf, die Gebäude 50 statt nur 40 Meter lang. Bedingung ist jedoch, dass die Bauten in den sogenannten Wohnzonen W4 oder Wohnund Gewerbezonen WG4 liegen.

Grundlagen geschaffen

Mit dem neuen Baureglement ist jedoch nur eine Hürde für grössere Gebäude genommen. Zweite Bedingung ist eine Umzonung der entsprechenden Landfläche. Bisher kannte Schmerikon nämlich nur sogenannte W3-Zonen, die dreigeschossige Bauten erlaubten.

Konkrete Umzonungspläne gibt es in Schmerikon derzeit jedoch noch nicht. Ratsschreiber Claudio De Cambio sagt dazu: «Bei möglichen zukünftigen Entwicklungen in einzelnen Quartieren könnte das je nachdem zum Thema werden.» Allerdings müsse in jedem Fall individuell geprüft werden, ob ein grösserer Bau auf der Parzelle überhaupt möglich wäre. «Je grösser ein Haus ist, desto grösser muss auch der Grenzabstand zu den nächsten Gebäuden sein», ergänzt De Cambio.

Mit höheren und längeren Gebäuden will Schmerikon die Verdichtung fördern: «Mit der neuen Zone können wir das Planungsverfahren vereinfachen.» Bisher mussten Gebäude mit grösseren Massen als 40 Meter Länge und drei Vollgeschossen mit einem Sondernutzungsplan bewilligt werden. Dies ist beispielsweise beim Seegarten-Areal der Fall. Mit der nun geschaffenen Zone W4 könne man den vorhandenen knappen Raum besser nutzen: «Alles beim Alten zu belassen wäre fahrlässig», meint De Cambio.

Widerstand gegen Projekte

Gegen das neue Baureglement kann Einsprache erhoben und später das fakultative Referendum ergriffen werden. Gemeindepräsident Félix Brunschwiler rechnet jedoch nicht mit grossem Widerstand. Man habe das Projekt bereits lange angekündigt, im Vorfeld der Publikation sei dabei nur eine einzige kritische Reaktion eingegangen. Brunschwiler ist sich jedoch bewusst, dass sich Bürger bei konkreten Projekten durchaus wehren können, wie dies beispielsweise beim Teilzonenplan «Wohnen am See» der Fall gewesen ist. Diesen lehnten die Stimmbürger im letzten Herbst deutlich ab.

Trotz Grundlagen in der Bauordnung: Sollen in Schmerikon tatsächlich vier Vollgeschosse gebaut werden, kann gegen jede Umzonung Einsprache erhoben werden. Zudem ist auch das Ergreifen des fakultativen Referendums möglich. Dennoch wird das Bauen von grösseren Häusern vereinfacht. Bei den früher notwendigen Sondernutzungsplänen war auch die Prüfung und Bewilligung des Projekts durch den Kanton St.Gallen notwendig.

Ausnützungsziffer gestrichen

Mit der neuen Regelung ist Schmerikon eine der einzigen Gemeinden im Linthgebiet, welche überhaupt solche viergeschossige Wohnbauten erlauben. Bewilligungsfähig sind sie auch in Rapperswil-Jona; in Uznach und Kaltbrunn sind sie nur in kombinierten Wohnund Gewerbezonen erlaubt.

Doch Schmerikon geht noch einen Schritt weiter. Mit der Aufhebung der sogenannten Ausnützungsziffer ist eine weitere Verdichtung der Bauweise möglich. Die Höhen, Breiten und Längen sowie der Grenzabstand definieren in Zukunft die maximale Grösse eines Hauses. Damit können beispielsweise Dachräume, die heute als Estrich gelten, in Zukunft auch als Wohnfläche genutzt werden.

Dies ist in Rapperswil-Jona nicht erlaubt. Das Verhältnis zwischen Grundstück und Geschossflächen darf in der Rosenstadt ein bestimmtes Mass nicht überschreiten. Wie der Bauvorstand von Rapperswil-Jona, Thomas Furrer, gegenüber der ZSZ sagt, ist eine solche Abschaffung der Ausnützungsziffer in der Stadt aktuell kein Thema.

 

Aus der Zürichsee-Zeitung vom 10. Januar 2015

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