Datenleck an der Hochschule Luzern

Die Hochschule Luzern stellt Studierenden des Departements Technik & Architektur die Prüfungsergebnisse und Leistungsübersicht des gesamten Studiums als Download auf der Webseite der Hochschule zur Verfügung – als E-Mail-Link ohne Passworteingabe. Recherchen von Radio 3FACH zeigen: Diese Praxis besteht seit Jahren. Nun nimmt René Hüsler, Direktor des Departements Technik & Architektur im Interview mit Radio 3FACH Stellung:

Zudem: Bericht mit Datenschützer Reto Fanger und Parteipräsident Florian Mauchle:

Die Details:

Die Piratenpartei Zentralschweiz wirft der Hochschule Luzern auf ihrer Webseite einen „eklatanten Verstoss gegen den Datenschutz“ vor.

Wer die Suchmaschine Google beherrscht, findet diese Dokumente auch ohne Link und kann im Internet mit der Matrikelnummer nach Personendaten suchen – wer als Student diese sorglos auf Internetprofilen publiziert, hat Pech – jeder Internetnutzer kann die Prüfungsresultate mit Personennamen verknüpfen. Zwar veröffentlicht die Hochschule Luzern die Matrikelnummer, doch immerhin: Jeder Student hat es in der Hand, seine Matrikelnummer auf einem persönlichen Profil anzugeben und seine Privatsphäre zumindest teilweise zu schützen.

Recherchen von Radio 3FACH zeigen: Das Datenleck ist jedoch grösser als von der Piratenpartei angenommen. Auf der Webseite der Hochschule findet sich ein Dokument (eines Masterstudiengangs) aus dem Jahr 2011, welches sowohl Name des Studenten als auch seine persönliche Matrikelnummer enthält. Die Hochschule Luzern veröffentlicht damit persönliche Daten der Studierenden, auf diese Publikation hatten die Studierenden keinen Einfluss. Von all diesen HSLU-Studierenden finden sich die Prüfungsresultate frei zugänglich im Internet. Pikant: Die Prüfungsresultate werden im Dokument der Hochschule als „anonym“ bezeichnet.

Was nun? Das über 2000 Seiten starke Dokument mit den Prüfungsresultaten sämtlicher Studierenden aus diesem Semester wurde von der Hochschule Luzern inzwischen gelöscht.

Die Hochschule Luzern bestätigt die Recherchen von Radio 3FACH, wehrt sich aber gegen die Vorwürfe der Piratenpartei Zentralschweiz (siehe Podcast oben).

Stellungnahme im Wortlaut

Bericht für Radio 3FACH