Wie lange reicht das Geld bei zentral+?

Wie steht es finanziell um zentral+ in Luzern? Das Berner Onlinemagazin Journal B gab heute bekannt, alle Redaktionsstellen zu streichen. „Es sind nicht genügend Leute bereit, jährlich 250 Franken für ein unabhängiges Medium im Raum Bern zu bezahlen. Die entstehende Finanzierungslücke verunmöglicht ab August einen Weiterbetrieb im bisherigen Rahmen“, schreibt Journal B. Ausserdem sei zu wenig Werbung verkauft worden. Das Aus nach nur 9 Monaten erstaunt, ursprünglich hiess es, die Finanzierung sei bis 2014 gesichert. Unterstützt wurde Journal B unter anderem von Roche Erbin Beatrice Oeri. Ab dem Sommer soll das Projekt Journal B von Freiwilligen betrieben werden.

Droht zentral+ dasselbe Schicksal? Nein, sagt Verlagsleiter Christian Hug gegenüber Radio 3FACH: „Wir bedauern den Abbau und die Umstrukturierung bei Journal B sehr. Bei zentral+ sind keine Kürzungsmassnahmen geplant.“ Finanziell unterstützt wird zentral+ unter anderem vom Zuger Landis+Gyr Erben Nick Mijnssen.

Radio 3FACH wollte es genauer wissen und hat Verlagsleiter Christan Hug gefragt, wie lange die finanziellen Reserven für den Betrieb von zentral+ reichen: „Finanzielle Kennzahlen haben wir als privat finanziertes Unternehmen noch nie publiziert und können dies leider auch zum heutigen Zeitpunkt nicht. Aufgrund der Tatsache, dass wir mehrere Stellen offen haben, lässt sich aber sicher der eine oder andere Rückschluss ziehen.“

Tatsächlich sind bei zentral+ Stellen ausgeschrieben, unter anderem für die Co-Redaktionsleitung. Doch das überraschende Aus des Berner „Journal B“ zeigt: Die neuen Online-Medien sind noch nicht im sicheren Hafen angekommen.

(Meldung für Radio 3FACH/3fach.ch)